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Nachtkerzenöl

Die Nachtkerze, lateinischer Name Oenothera biennis, ist in Europa weitaus weniger bekannt als in ihrem Mutterland Nordamerika. Sie wurde bei uns lange gering geschätzt und als Unkraut eingestuft. Auch heutzutage findet man in den für den Allgemeingebrauch verfaßten Naturheilkunde- und Pflanzenbüchern wenig bis gar nichts über die Nachtkerze, die sich inzwischen aber als recht nützliche und heilende Blume gezeigt hat.

Ein Grund hierfür ist mit Sicherheit das relativ späte erwähnen der Pflanze im Heilkundebereich. Erst als der britische Botaniker und Arzt Parkinson die Nachtkerze um 1630 genauer beschrieb, wurde sie in Europa bekannt, da hatten andere Heilpflanzen bereits eine Jahrhunderte währende Tradition erlangt. Dennoch ist die Nachtkerze aber keine eigentlich "junge Heilpflanze", denn ihre Geschichte reicht in der Heilkunde bis zum Beginn unserer Zeitrechnung zurück, allerdings in Nordamerika und nicht in Europa.

Die Indianer im Norden des amerikanischen Kontinentes kannten die Nachtkerze, englischer Name Evening Primrose, bereits vor Jahrtausenden und nutzten ihre Heilwirkung auf vielfältige Art. Vor allem die Stämme in den Waldländern, im Nordosten die Algonkin und Irokesen, im Südosten die Cherokee, Creek und Natchez und im Südwesten die Apachen, Hopi und Navajos behandelten Geschwüre und andere Hautkrankheiten, aber auch leichtere Verletzungen mit einem Brei aus Nachtkerzen und bestimmten Blättern und Baumrinden. Zwar hatte fast jeder Medizinmann seine eigenen Rezepturen, doch bei fast allen war die Nachtkerze vertreten, deren Heilwirkung so manchem Indianer das Leben gerettet hat.

Es ist überliefert, daß die Navajos und Hopis die Oenothera-Pflanzen sogar als eine Art von Allheilmittel einsetzten, die bei keiner Krankenheilung oder Beschwörungszeremonie fehlen durfte. Aus den Blättern und Samen der Blume fertigten die Hopifrauen einen Brei, der bei allen nur erdenklichen Hals und Magenerkrankungen eingesetzt und sowohl innerlich als auch äußerlich eingesetzt wurde. Aus Blättern und Blüten entstanden wieder andere Breikompositionen, die bei Biß- und Stichwunden auf die betroffenen Hautstellen geschmiert wurden. Zwar destillierten die Indianer Nordamerikas noch nicht das Öl aus den Samen der Pflanze, doch gehörten gerade diese Samen zu einem Großteil der "Breikompositionen" im Heilbereich.

In Europa begannen sich die Heilkundigen im 17 Jahrhundert für die Nachtkerze zu interessieren, nachdem der britische Arzt Dr. Nicholas Culpeper sie genauer beschrieben und ihre heilende Wirkung bei Milz- und Leberproblemen ausführlich erläutert hatte. Bald erkannte man auch die harntreibende Wirkung der Pflanze ebenso, wie die beruhigende und stopfende und immer weitere Wissenschaftler wandten sich der Blume zu, die da aus Amerika ihren Weg nach Europa gefunden hatte und bald schon bewiesen Laboruntersuchungen, daß es das Öl der Samen ist, welches über so große und vielfältige Heilwirkung verfügt. Dennoch hat die Nachtkerze bis zum heutigen Tage nicht jene Stellung in der Rangordnung der Heilpflanzen erreicht, die ihr eigentlich zusteht, denn wenn man sich etwas näher mit dieser so oft verkannten Blume beschäftigt, erkennt man rasch, daß es sich beinahe um ein kleines Allheilmittel handelt, so groß ist die Anwendungspalette im Heilbereich.

Diese Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten bei gesundheitlichen Problemen, aber auch als vorbeudende Maßnahmen, sowie die kosmetischen Möglichkeiten sollen in diesem Ratgeber verständlich gemacht werden. ---> Buch

Buch - Nachtkerzenöl - Autor Helmut Isert - ISBN: 3-612-20608-7 Preis: 14.90 DM (7.62 EUR)



 
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